100 Jahre Jodlerklub Olten

 

 von Pascal Schneller

 

Gründung

Gesangesfreudige Turner gründeten am 27. November 1918 den Jodlerklub Olten mit dem Zweck "urchigen Volksgesang" zu fördern und zu pflegen.

Kurzfristig schlief das Vereinsleben in der Zeit nach 1924 wieder ein: blühte jedoch im Jahre 1931 unter der Leitung des Lehrers Viktor Schneider erneut auf. Fortan gehörte der Jodlerklub Olten zu den prägenden Jodlerformationen der Region. Mit einer einzigen Ausnahme, kehrten die Sänger stets mit dem Prädikat "sehr Gut" von den Jodlerfesten in die Aarestadt Olten zurück.

Jetzt kann der Jodlerklub seinen 100sten Geburtstag feiern und auf eine facettenreiche Vereinsgeschichte zurückblicken.

 

Jubiläums Jodlerabend

Das Ländler-Trio Aaregruess aus Boll stimmte das zahlreich erschienene Publikum auf Feststimmung ein, während sich der Saal füllte. So konnte der Präsident Roland Rötheli rund 500 Besucher im Mühlemattsaal in Trimbach begrüssen. "Grüess Gott" von Robert Fellmann war nicht nur das erste Lied des Abends, nein es war auch das allererste Lied, welches 1918 nach der Gründung gemeinsam eingeübt wurde. Unter dem Motto "100 Jahre aber nimmermüde" gelang es den Oltner Jodlerinnen und Jodler einen farbenprächtigen Jubiläumsanlass zu organisieren.

 

Grussbotschaft

Silvia Meister überbrachte die Grussbotschaft des NWSJV. Die "Beharrlichkeit im Weitertragen des Jodlergutes" sei vorbildlich und wegweisend. Die EJV Präsidentin Karin Niederberger bat auch die Partnerinnen und Partner auf die Bühne und beschenkte jedes Paar mit einem Candle Light Dinner der besonderen Art: ein Packung Spaghetti, Rechaudkerze und der Bitte um ein Selfie vom gemeinsamen Dinner. "Die Zuhörenden werden im Herz berührt, die Texte ziehen mich in Bann" so der Oltner Stadtpräsident Martin Wey. Denn das Liedgut hat einen direkten Bezug zu unserer Geschichte und unseren Wurzeln. Typisch sei es auch, dass nicht jeder für sich, sondern stets gemeinsam gesungen werde. Auch verzieh Wey dem Oltner Jodlerklub, dass Sie mit diesem Konzert "fremd gingen" in die "weite Welt" nach Trimbach.

 

Gäste aus Appenzell

Mit dem Engel-Chörli machte sich der Jubiläumsklub und dem Publikum ein besonderes Geschenk. In absoluter musikalischer Reinheit und Harmonie entführten die Appenzeller Sänger die Besucher in die Säntisregion. Unter der bewährten Leitung von Emil Koller brachte das Engelchörli das typische Ostschweizer Jodelgut zum Besten. Bei den Rugguserli, Zäuerli und Jodellieder von Ostschweizer Komponisten waren die Zuhörenden tief berührt. Das sie auch anders können, zeigten die Appenzeller im zweiten Teil des Konzertes. Denn seit Anfang der Neunzigerjahre gehören auch modernde Titel im Stil von „A-Cappella Pop“ zu ihrem Gesangs Repertoire. Genau diese Mischung war es, welche das Publikum begeisterte.

 

Jodlertreffen am Sonntag

Nicht weniger als sechs Jodlerchöre folgten der Einladung des Jubilators zum Jodlertreffen. So überbrachten die Jodlerklubs: Gäu-Egerkingen, Aaretal-Olten, Wolfwil, Gunzgen, Burghalde-Aarburg sowie das Jodlerdoppelquartett Rothrist ihre musikalischen wie auch in Worte gefassten Geburtstagsgratulationen an den jubilierenden Verein. Mit einem imposanten Gesamtchor von rund 120 Jodlerinnen und Jodler endete das Jodlertreffen. "E gschänkte Tag" war nicht nur der Titel des Schlussliedes von Adolf Stählin, sondern auch das Resümee des zahlreich angereisten Publikums.

 


 

«Nimmermüde» Jodler feiern ihren 100. Geburtstag

 

von Urs Amacher - Oltner Tagblatt 4.11.2018

 

Der Jodlerklub Olten (JKO) feierte am Samstag seinen runden Geburtstag mit einem bunten Programm. Den Jubiläumsjodlerabend im Trimbacher Mühlemattsaal stellte er unter das Motto «100 Jahre — aber nimmermüde». Der Oltner Stadtpräsident Martin Wey, der auch die Grüsse der Gemeinde Trimbach und der Bürgergemeinde Olten überbrachte, griff in seiner Rede diese Devise auf. Den Hundertjährigen schenke der Kanton jeweils einen Lehnstuhl; hier jedoch verzichte er auf dieses Mitbringsel, bemerkte Wey mit einem Augenzwinkern, da für die nimmermüden Oltner Jodler ein Ruhesessel ja überflüssig sei.

 

Die Präsidentinnen der Jodlerverbände, Karin Niederberger vom Eidgenössischen und Silvia Meister vom Nordwestschweizerischen, gratulierten dem Klub ebenfalls. Freude am Singen und Jutzen sowie die Pflege der Kameradschaft seien das Rezept für ein so langes Vereinsleben. Niederberger bat sodann auch die Partnerinnen der Jodler auf die Bühne und dankte ihnen fürs Hemdenbügeln mit einem Gutschein für ein Abendessen.

 

JKO-Präsident Roland Rötheli würdigte das Jodeln im urbanen Umfeld als willkommenen Ausgleich zu den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt. Er dankte allen, die für den Verein unschätzbares geleistet haben. Der Abend nutze der JKO, um ihnen etwas zurückzugeben.

 

Das Schwyzerörgeli-Trio Aaregruess aus dem bernischen Boll eröffnete das musikalische Programm mit dem traditionellen Betonmischer-Marsch und einem Fox von Melanie Oeschs Grossvater Hans. Das Trio mit Heinz Zaugg, Ruedi Gerber und Niklaus Steiner wechselte sich ab mit der Gastformation aus der andern Ecke der Schweiz, dem Engel-Chörli aus Appenzell. Der achtköpfige Männerchor aus dem Landsgemeindekanton wird geleitet von Emil Koller und besteht seit 35 Jahren in dieser unveränderten Zusammensetzung. Der Name rührt von der Wirtschaft zum Engel im Flecken Appenzell her, dem ursprünglichen Treffpunkt der Chorsänger.

 

Das Engel-Chörli erfreute das Publikum zuerst mit traditionellen Jodelliedern wie dem «Seealpsee» von Dölf Mettler sowie mit spontanem, textlosem Naturjodel in der Innerrhoder Form des Rugguuserli oder in der Ausserrhoder Variante des Zäuerli mit zwei Solostimmen. Sie hatten auch festgestellt, dass der Naturjodel auch in Tansania gepflegt wird, und wechselten beim «Lüdis Rugguuserli» zu afrikanischen Rhythmen über. Offensichtlich selber Spass hatten sie auch bei der Hymne auf den speziellen Schnitt der Appenzeller Trachtenhose «Stoff drufhere gnäiht» zur Melodie von «Strangers in the Night».

 

Der jubilierende Verein liess es sich nicht nehmen, das Publikum speziell willkommen zu heissen mit dem Jodellied «Grüess Gott» von Robert Fellmann und lüftete dabei den Trachtenhut zur Begrüssung. Die 17 Männer und drei Jodlerinnen unter der Leitung von Ursula Oegerli sangen als Höhepunkt «Schöni Zyte» von Josef Baschung. Zu diesem Lied holten sie den Komponisten auf die Bühne. Schliesslich forderte das Trio Aaregruess alle zum Tanze auf.